Richtige Ernährung für die Familie

 

Gesund und fit durch das Jahr – Ernährung

In unseren nächsten Beiträgen beschäftigen wir uns damit, wie wir als Familien gesund und fit durch das Jahr kommen. Beginnen möchten wir mit dem Thema Ernährung. Deshalb führten wir ein Interview mit der Internistin Dr. Kerstin Metzger, die uns unsere Fragen zum Thema „Gesunde Ernährung“ beantwortete. Frau Dr. Metzger ist Internistin im Zentrum für Diabetes und Stoffwechselerkrankungen der Fachklinik Bad Heilbrunn. Vieles mag Euch bekannt erscheinen. Aber es hin und wieder „schwarz auf weiß“ zu lesen, wie man sich gesund ernähren kann, hilft doch, das eigene Essverhalten zu überdenken.

Interview

Wir hören es immer öfter: Unsere Kinder werden immer dicker.
Und tatsächlich, je nach Definition, haben wir derzeit eine Prävalenz von 10 – 20 % an sogenannten „adipösen“ Kindern.

Was ist eigentlich gesunde Ernährung?

Grundsätzlich hilft es immer, sich an der sogenannten Ernährungspyramide zu orientieren.
Diese sieht als Basis viel Kalorien-neutrale Flüssigkeit vor, als nächste Stufe Getreideprodukte mit sogenannten langkettigen Kohlenhydraten, dann Gemüse und Obst, anschließend Milchprodukte und Fisch, gefolgt von Eiern und Fleisch. Erst in der Spitze befinden sich Süßigkeiten und tierische Fette.

Worauf sollten wir als Eltern achten?

Es gibt drei Hauptregeln. Ernährt Euch reichlich mit Energie-freien Getränken (ohne Zucker) und pflanzlichen Lebensmitteln. Konsumiert in Maßen tierische Speisen und nehmt nur wenig fett- und zuckerreiche Nahrungsmittel zu Euch.

Welche Situationen finden wir oft im Alltag vor?

Oft besteht unser Alltag aus zwei arbeitenden Elternteilen oder alleinerziehenden Eltern mit wenig Zeit, die nicht regelmäßig mit ihren Kindern gemeinsam essen.  Dann benutzen wir aus Zeitmangel zu viele Fertigprodukte, die einen hohen Anteil an Zucker und Fetten zur Geschmacksintensivierung enthalten. Enährungsphysiologisch ist das Mittagessen an Schulen meist unzureichend. Hinzu kommt „an jeder Ecke“ ein Überangebot an süßen und fetten Lebensmitteln, gepaart mit wenig Sportunterricht in den Schulen.

Was können wir besser machen?

Wir als Eltern prägen unsere Kinder langfristig. Das gilt auch für die Beeinflussung des Geschmackssinns und das Erlernen von Ernährungsritualen. Es fängt sehr früh an: das Kind, das seinen Durst von Anfang an mit Wasser gelöscht hat, wird im Erwachsenenalter sicher nicht auf Limonade umsteigen. Kinder, die selbstgekochtes Essen zu sich nehmen, werden den Unterschied zu industriell verarbeiteten Lebensmitteln erkennen.

Trotz „ Rückschlägen“ solltet Ihr nicht aufgeben, Euren Kinder Gefallen an Obst und Gemüse zu lehren. Eine gemeinsame Familienmahlzeit mit möglichst wenig vorgefertigten Lebensmitteln sollte optimalerweise Bestandteil Eures täglichen Lebens sein.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat die sogenannte 5 a day Kampagne gestartet. Basierend auf epidemiologischer Studien sollte jeder 5 Portionen Obst oder Gemüse pro Tag zu Euch nehmen. Das mag bei Obst noch relativ einfach sein, zumal hierzu auch Smoothies gelten, aber wie motivieren wir unsere Kinder Gemüse zu essen?

Welche Empfehlungen können Sie geben?

Aus eigener Erfahrung erreicht Ihr viel mit pürierten Suppen oder Soßen, in Gemüsekücherl und in Waffeln. Ansonsten empfehle ich, einfach dran zu bleiben und nicht aufzugeben. Mit der Zeit werden Eure Kinder nicht mehr gänzlich Abneigung gegen Gemüse verspüren, sondern manches sogar gerne essen.

Eine andere Idee ist es, ein Mal pro Woche die Kinder beim Kochen einzubeziehen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie das selbst geschnipselte Gemüse den Kindern schmeckt!

Und auch sehr wichtig: Eure Kinder sollten sich ausreichend bewegen.

Trotzdem: Auch der Kuchen, das Eis und die Süßigkeiten gehören zu einem glücklichen Kinderleben, und das soll auch so bleiben. Wie bei allem kommt es einfach nur auf das Maß der Dinge an!

Unsere Tipps für eine gesunde Brotzeit

 

Nun haben wir uns überlegt, wie wir unseren Kindern eine Brotzeit mit in den Kindergarten oder in die Schule geben können, die gesund ist UND ihnen schmeckt. Wie oft schnippelten wir Obst, um es am Abend unangestastet, braun und matschig aus der Brotdose zu kratzen. Die Drogerie- und Supermärkte unserer Stadt haben diese Marktlücke erkannt und bieten immer mehr gesunde Zutaten an, die Kindern schmecken.

Uns ist bewusst, dass ein frisch aufgeschnittener Apfel, eine Karotte oder Gurkenscheibchen gesünder sind, aber wenn es Euch auch so geht wie uns, dann versucht es doch mal mit sogenannten “Quetschis” aus frischem Obst, Müsli- und Fruchtriegeln, Mini-Karotten, Mini-Paprika, Cocktailtomaten oder Radiesschen. Unsere Kinder essen gerne Bananenchips und Mangostücken, Maiswaffeln und Knäckebrot mit Cranberries und Kokos. Selteneres Obst wie Erdbeeren und Kirschen (im Winter natürlich nicht), bereits geteilte Kiwis mit Löffel, Studentenfutter, Nussmischungen und Schütt-Tupperdosen mit dem Lieblingsmüsli packen wir unseren Kleinen ebenfalls gerne ein.

Ein letzter Tipp einer Freundin und treuen Leserin: Zurückgebrachtes Obst, das nicht mehr gegessen wird, einfach in den Mixer schmeißen und eine Banane und etwas Fruchtsaft dazu geben. Schon habt Ihr einen leckeren Smoothie, den Ihr am Abend in den Kühlschrank stellt und Euren Kindern zum Frühstück anbietet.

 

Brotbox

Auf dem Bild: Freche Freunde Quetschtüte, Ferdi Fuchs Salami, Baby-Karrotten, Mini-Paprika, Cherry-Tomaten, Mandarine, Freche Freunde Schachtel mit Rosinen & Aprikosen, Babybel, Ferdi Fuchs Würstchen, Nuss-Frucht-Mix, Nüsse, Brezelchen, Fruchtriegel, Actimel, Dinkel-Stangen, Actimel.

 

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