Dolcilicious – sieben Monate später…

Im April durfte ich auf diesem schönen Blog meine Story veröffentlichen. Sieben Monate später kommt nun der Teil 2, das Update sozusagen. Es passt eigentlich ganz gut, da wir nun wieder an einem ähnlichen Punkt stehen. Aber ich fange von vorne an.

Dolcilicious – sieben Monate später…

Kurz nach dem Erscheinen meiner Story entschied ich, nun doch schon mal für to go aufzumachen, damit mir die Fixkosten nicht über den Kopf wachsen. So eröffnete ich mein Café am 06. Mai 2020. Am ersten Tag war recht viel los, weil sehr viele Freunde kamen und sich Kuchen holten. Noch weit entfernt von Routine war ich abends total geschafft und habe mich gefragt, ob das mit dem Café wirklich eine gute Idee war… aber schon ein paar Tage später lief es rund und ich war entspannter. Langsam kamen dann die Lockerungen, erst durfte man draußen vor Ort konsumieren, schließlich drinnen. Ich tastete mich an die besten Öffnungszeiten ran und erweiterte mein Angebot kontinuierlich, bald gab es samstags Frühstück und unter der Woche mittags herzhafte Kleinigkeiten. Es dauerte nicht lange und ich hatte meine ersten Stammkunden, der Kaffee wurde von vielen sehr gelobt, der Kuchen schmeckte und die Spielecke wurde ausgiebig in Anspruch genommen. Wie bei jeder Gastro-Eröffnung ist es anfangs etwas zäher, aber über die Monate sah ich definitiv einen positiven Trend.

Herbstbeginn

Zu Beginn des Herbstes war ich dann eigentlich ziemlich zufrieden. Ich hatte inzwischen zwei kompetente und nette Mitarbeiterinnen eingestellt, auf die ich mich immer verlassen konnte. Wie ich mir das vorgestellt hatte, hatte ich immer wieder Kuchenaufträge, dazu Stammgäste und immer wieder neue Gäste und viel positives Feedback. Natürlich waren alle Leute etwas zurückhaltender als normal, da Corona einfach ständig präsent war. Auch die geschlossenen Feiern und Workshops fehlten mir einfach im Umsatz. Ich war noch nicht an dem Punkt, an dem ich mir hätte etwas auszahlen können. Aber der Trend zeigte in die richtige Richtung und unter diesen Umständen hatte ich auf mehr sowieso nicht spekuliert.

Corona war natürlich die ganze Zeit ein Thema. Wir trugen Masken, desinfizierten Tische, nahmen Gäste-Daten auf, lüfteten regelmäßig, stellten die Tische draußen mit entsprechendem Abstand auf und achteten natürlich sehr auf Hygiene in allen Bereichen. Im Sommer saßen die Leute gerne draußen, unter den Bäumen im Halbschatten in der schönen Agnesstraße. Als es kälter wurde, kamen sie immer mehr ins Café rein. Wir haben immer nur maximal 4 Tische drinnen vergeben, quasi in allen Ecken. So, dass der Abstand groß genug war. Zur Corona-Verbreitung wollten wir nun wirklich nicht beitragen. Ich hatte auch immer das Gefühl, alles im Griff zu haben, da wir wirklich sehr akribisch waren.

Weitere Einschränkungen

Und dann kam der Oktober, die Zahlen stiegen wieder, und mir war bald klar, dass es wieder Einschränkungen geben würde. Dass sie so drastisch waren, hat mich dennoch überrascht. Ich hatte damit gerechnet, zumindest den Außenbereich noch aufhaben zu dürfen. Es kamen noch einige schöne Herbsttage, an denen man mit Fleecedecke in der Sonne noch gemütlich hätte Kaffee trinken können. Aber nein, auch das war verboten. Ich verstehe, dass die Politik reagieren musste und ich weiß auch, dass es nicht einfach ist, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen. Trotzdem finde ich die Maßnahmen in Relation zueinander einfach unfair. Kinos müssen schließen, aber Gottesdienste dürfen stattfinden? Ich darf noch nicht mal draußen kontrolliert Kaffee und Kuchen servieren, aber die Volkshochschule darf ihre Kurse drinnen abhalten? Und wieso stehen die Berufsschüler neben meinem Café in großen Gruppen, ohne Abstand, ohne Maske, ohne irgendeine Konsequenz, und ich darf mit Hygienekonzept 5 Meter daneben einfach gar nichts machen? Das verstehe ich einfach nicht und werde es auch nie verstehen. Ich schrieb daraufhin eine entsprechende E-Mail an die Bayerische Staatskanzlei, die bis heute unbeantwortet blieb. Da ich meist ganz gut weiß, wo ich gewinnen kann und wo nicht, nutzte ich meine Energie dann lieber, um mir Alternativen zu überlegen. Ja, ich bekomme wahrscheinlich auch irgendeine Unterstützung, diese basiert aber auf dem Umsatz eines anderen durch Corona beeinträchtigten Monats und außerdem möchte ich lieber aktiv werden als auf Unterstützung zu setzen.

Leckere Weihnachtspakete

So habe ich nun Weihnachtspakete im Angebot, mit hausgemachten Plätzchen, Tee, Kaffee, Schokolade und Kochbüchern. Ich würde mich über jedes einzelne Paket sehr freuen, das Zusammenstellen hat großen Spaß gemacht. Einige sind auch schon bestellt, von einem Unternehmer habe ich sogar schon eine Bestellung über 50 Plätzchenboxen bekommen. Darüber hinaus vermiete ich das Café außerhalb der Öffnungszeiten nun als eine Art Co-Working-Space ohne Co . Es darf nämlich immer nur einer oder eine Gruppe alleine ins Café. Einer meiner Stammkunden hatte mir das sogar von sich aus angeboten, um mir über den Winter zu helfen. Und das Kuchenangebot habe ich um frische Waffeln erweitert – die holt sich jeder gerne mal auf die Hand. Zusammen mit meinem restlichen to-go-Angebot komme ich nun wohl ganz gut über den November und Dezember. Vor Januar, Februar und März graut mir allerdings etwas. Ich denke, selbst wenn es Lockerungen geben sollte, werden die Menschen noch sehr vorsichtig sein. Was ich auch voll und ganz verstehen kann. Nur als Café-Besitzerin ist es einfach hart gerade… ständige Tiefschläge schlagen doch zumindest kurzfristig immer auf die Stimmung. Aber ich werde in den Weihnachtsferien zu machen, viel Zeit für meine Tochter haben, und mir nebenher etwas für den restlichen Winter überlegen.

dolcilicous

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