Im Interview mit Hebamme Sissi Rasche Hausgeburt, Kaiserschnitt & Babypflege

Vielleicht könnt Ihr Euch noch erinnern: Im Sommer haben wir Lillydoo-Windeln getestet und sind seitdem treue Kunden. Im Rahmen der netten Zusammenarbeit mit Lillydoo haben wir uns mit der Zweifach-Mama und Lillydoo-Hebamme Sissi Rasche über die Suche nach der richtigen Betreuung, Pflege-Essentials und die Leidenschaft für ihren Beruf unterhalten. Interessant, was sie zu sagen hat.

Als Hebamme stehst Du Eltern mit Deinem Rat zur Seite – egal wann und wo. Jederzeit kann sich eine Geburt ankündigen. Warum hast Du Dich dafür entschieden?

Ich fand Kinder schon immer toll und habe schon mit 16 ein Praktikum im Kreißsaal gemacht. Direkt nach dem Abi habe ich meine Ausbildung begonnen und so bin ich schließlich bei Ulrike Aulbach gelandet. Sie ist eine bekannte Hebamme aus Hamburg, die sich auf Hausgeburten spezialisiert hat. Und genau das wollte ich auch.

Jeder Tag in meinem Job ist so abwechslungsreich und spannend – ich bin dankbar, dass ich all das erleben darf. Für mich gibt es nichts Schöneres, auch wenn es für mich und meine Familie nicht immer leicht ist – schließlich muss ich rund um die Uhr auf Abruf bereit sein.

Viele Frauen haben Angst vor einer Hausgeburt. Ist das in Deinen Augen völlig unbegründet oder möglicherweise doch berechtigt?

Für mich persönlich sind Hausgeburten das Tollste überhaupt und Angst braucht man davor nicht zu haben. Allerdings sind sie nicht für jede Schwangere das Richtige. Es gibt bestimmte Rahmenbedingungen, die erfüllt sein sollten, damit alles glattgeht: Die werdende Mutter darf keine Grunderkrankungen haben. Dazu gehören Bluthochdruck, insulinpflichtiger Diabetes, Gerinnungsstörungen sowie Probleme während der Schwangerschaft. Wenn nichts dergleichen der Fall ist, dann spricht absolut nichts gegen eine Geburt in den eigenen vier Wänden. Die Frauen empfinden die Geburt im eigenen Haus weniger hektisch und sie fühlen sich wohl. Je besser die Atmosphäre, desto ruhiger verläuft auch die Geburt und es gibt keine Störungen durch Dritte. Wer sich im Krankenhaus unwohl fühlt, für den ist diese Art eine tolle Alternative.

Und was ist mit dem Kaiserschnitt? Ist der in Deinen Augen auch eine Alternative?

Klar, ein Kaiserschnitt hat Vorteile. Er ist planbar, geht schnell und viele Frauen glauben einfach dies sei der einfachste Weg. Ich sehe das nicht so. Viele haben sich noch nie ganz bewusst mit dem Thema Geburt befasst und wissen nicht, wie erfüllend eine normale Geburt – vielleicht sogar Zuhause – eigentlich sein kann. Ich finde der Trend zum Kaiserschnitt sollte uns wachrütteln. Wir sollten nicht die Geburtstermine planen und alles genau festlegen. Das passiert auch bestens von allein.

Eine Hebamme zu finden ist leider nicht so einfach. Wann sollten werdende Mütter mit der Suche beginnen?

Je eher, desto besser. Aufgrund der Rahmenbedingungen in unserem Job ist es heute sehr schwierig geworden, eine Hebamme zu finden. Es ist immer gut eine Fachkraft an seiner Seite zu haben. Denn manchmal verläuft eine Schwangerschaft ganz anders als geplant. Und was viele gar nicht wissen: Die Krankenkassen übernehmen auch nach einer Fehlgeburt die Kosten für die Betreuung durch eine Hebamme. Am besten ist es, sich auf die Suche zu machen sobald man den positiven Schwangerschaftstest in der Hand hält.

Von der Schwangerschaft bis zur Geburt ­– Für frisch gebackene Eltern ist es wichtig die Dinge vorauszuplanen. Immerhin ist alles neu für sie. Hast du ein paar Tipps für gute Pflege-Essentials?

Zunächst sollte man schauen, was das Baby überhaupt braucht und wie empfindlich seine Haut ist. Darauf baut dann die Pflege auf: Bei Neugeborenen sollte vor allem mit Wasser und Öl gereinigt werden. Wenn die Zeit fehlt darf es auch mal ein Feuchttuch sein. Da junge Babyhaut sehr empfindlich ist, haben wir von LILLYDOO super hautfreundliche und pflegende Feuchttücher entwickelt. Ohne Parfüm, Parabene und PEG-Emulgatoren. Außerdem sind sie zu 100 Prozent kompostierbar und die Verpackung besteht aus recycelbarer Kalkfolie – so tut man nicht nur seinem Baby, sondern auch der Umwelt etwas Gutes.

Für eine sanfte Massage eignet sich Mandelöl besonders gut – am besten natürlich in Bio-Qualität. Reizarme Wundschutzcreme ohne Parfüm und Silikone sowie ein mildes Shampoo gehören in jede Erstausstattung. Generell gilt: Je weniger reizende Inhaltsstoffe, desto besser für das Baby.

Zum Schluss noch ein Allrounder: Bio-Kokosöl. Ein tolles Produkt für irritierte und trockene Hautstellen sowie Kopfgneis.

Mittlerweile gibt es unzählige Anbieter von Windeln und Babyprodukten auf dem Markt. Für neu gewordene Eltern eine ganz schöne Herausforderung das Richtige zu finden. Was macht denn überhaupt eine gute Windel aus?

Viele Hersteller verwenden Parfüm und Farbstoffe bei ihren Windeln. Für Babys absolut nicht geeignet, denn sie reagieren oft mit Hautirritationen auf diese reizenden Stoffe.  Bei unseren LILLYDOO Windeln haben wir bewusst auf all das verzichtet: Sie sind frei von hormonaktiven Substanzen, PEG-Emulgatoren, Parfümen und Parabenen. Das macht sie sehr hautfreundlich. Zugleich sind sie schön weich und haben eine atmungsaktive Außenschicht, sodass die Luft zirkulieren kann. Das ist eine echte Revolution auf dem Markt – und ich bin froh, dass wir die Windeln Anfang 207 endlich auch in den Größen 1 und 2 anbieten können.

Du arbeitest mit viel Hingabe und Leidenschaft und kümmerst Dich gleichzeitig um Deine beiden Kinder. Wie schaffst Du es, Beruf und Familie so gut miteinander zu vereinbaren?

Es ist eine Herausforderung und definitiv nicht immer einfach. Ich weiß nie, wann ich zu einer Geburt muss – also ist Vorbereitung das A und O. Als mein Sohn Hugo 2011 zur Welt kam, habe ich vor allem die Geburtsvorbereitungskurse ein wenig zurückgeschraubt. Nach drei Monaten bin ich aber wieder voll in meinen Beruf eingestiegen. In dieser Zeit hat mein Mann mich sehr unterstützt. Er nahm sechs Monate Elternzeit und nach fast einem Jahr kam Hugo dann zu einer Tagesmutter. Es war wirklich schwer, sein Kind vor dem ersten Geburtstag abzugeben, aber die Tagesmutter ist eine gute Freundin von uns. Das hat mich sehr beruhigt. Ich liebe meine Familie und ich liebe meinen Beruf. Es ist ein Kunststück, den Spagat zwischen beidem hinzukriegen.

Was ist für Dich das Schönste am Mutter sein?

Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl, so viel Liebe in sich zu tragen – und auch wieder zurück zu bekommen. Manchmal kann ich gar nicht glauben, dass sie aus mir entstanden sind. Einfach toll!

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